In den letzten Wochen erfreuen sich neue und alte Formen der Begrüßung immer größerer Beliebtheit. Da beim Händeschütteln, Küsschen-Verteilen und Umarmen unerwünschte Viren übertragen werden können, verzichten immer mehr Leute auf den direkten Körperkontakt. Anfangs mag das noch für manche Irritationen gesorgt haben, doch mittlerweile akzeptieren das die meisten und quittieren es mit einem wissenden Lächeln, wenn man sich mehr oder weniger gelungen um das körperliche Begrüßen drückt.

Mangels Hut können die wenigsten zur Begrüßung einfach elegant den Hut ziehen. Aber darf's vielleicht die Hallo-Hand oder der Wuhan-Shake sein? Das sind die Namen und Hintergründe der verschiedene Begrüßungsformen von uralt bis brandneu.

Statt Hände und Wange: Faust, Ellenbogen, Ferse

Fassen wir erst einmal zusammen, wie man einander näherkommen kann, ohne sich wirklich nahe zu kommen. Da ist zum einen der Faustschlag, international Fist Bump oder politisch nicht ganz korrekt Ghetto-Faust genannt. Beim Zusammentreffen der Fäuste kommt man schon einmal mit deutlich weniger Quadratzentimetern Haut in Berührung. Diesen kumpelhaft anmutenden Fist Bump hatte Barack Obama in Mode gebracht, was auch kein Wunder ist. Denn man möchte als Ottonormalverbraucher gar nicht wissen, wie viele Hände so ein Politiker am Tag schütteln muss(te). Da reichen auch schon ein paar ordinäre Schnupfenviren, die man lieber nicht so nah an sich rankommen lassen möchte.

Eine noch reduziertere Begrüßung ist das Berühren mit den Ellenbogen, was sich Wuhan-Shake nennt - benannt nach der chinesischen Stadt, in der Corona bzw. COVID-19 seinen Lauf nahm. Beim Wuhan-Shake muss allerdings noch geklärt werden, wie genau die Berührung ablaufen soll. Denn das ungeübte Aufeinandertreffen der Ellenbogenspitzen kann recht schmerzhaft werden.

Noch distanzierter geht es nur mit einem Fersengruß. Dabei können aber noch größere Ablaufschwierigkeiten in Form von Knoten in diversen Gliedmaßen entstehen, da man die Fersten meist rückwärts oder seitlich aufeinandertreffen lässt. Denn Fußspitze auf Fußspitze könnte ja nach Schwung auch ins Auge bzw. Schienbein gehen. Diese Begrüßungsform stammt übrigens aus Afrika, wo man sich so vor dem Ebola-Virus zu schützen versucht. Daher auch der Name Ebola-Shake.

Dass auch hierzulande unter Flirtwilligen schon seit jeher beliebte Füßeln kann nun ebenfalls unterm Tisch hervorgeholt und ganz ungeniert auf offener Straße praktiziert werden. Aber Achtung: im Österreichischen steht "füßeln" auch für "ein Bein stellen".

Begrüßung ohne Händeschütteln

Bussi ganz ohne Kontakt

Eine fast verrenkungsfreie und dennoch freundliche Methode des distanzierten Hallo-Sagens ist der Namaste-Gruß, den viele aus dem Yoga kennen. Er bedeutet wörtlich übersetzt „Verbeugung zu dir“. Man legt die Hände vor der Brust zusammen und beugt dabei den Kopf leicht nach unten. In Thailand ist diese Begrüßung als Wai-Gruß bekannt, in Myanmar als Mingalar par.

Wem das zu meditativ erscheint, der kann es auch mit einer leichten Verbeugung probieren. Dabei legt man sich die rechte Hand aufs Herz, was diese Art der Begrüßung eben recht herzlich erscheinen lässt. Dafür gibt es noch keinen offiziellen Namen, daher nennen wir diese Begrüßungsvariante ab sofort einfach mal Heartfelt Bow oder Herzliche Verbeugung. Dabei handelt es sich um eine europäisierte Variante der japanischen Verbeugung, die für uns doch etwas fremd und im Detail recht kompliziert ist.

Etwas zurückhaltender geht die Hallo-Hand. Dabei hebt man eine Hand hoch und zeigt mit der Handinnenfläche zum Gegenüber. Begleitend mit einem Lächeln ist dies eine passable keimfreie Begrüßung.

Die Hallo-Hand lässt sich noch intensivieren, indem man beide Hände einsetzt und damit entgegengesetzte Kreise nach außen in der Luft zeichnet. Beim Krüsen (ein Kofferwort aus Kreis und Grüßen) ist es allerdings wichtig, eine deutliche Bewegung in der Luft zu machen. Denn wer beim dabei zu wenig gestikuliert, könnte schnell einen abwehrenden Eindruck erwecken und damit das Gegenteil einer Begrüßung bewirken. Daher hilft hier, wie auch bei der Hallo-Hand, die Mundwinkel über-deutlich nach außen oben zu ziehen.

Kontaktfrei geht auch Royales Winken von statten. Wie das geht, kann man sich bei der Queen abschauen: einfach freundlich winke, winke machen und dabei tapfer lächeln.

Corona lässt grüßen - so aber besser nicht

Ein energiegeladenes High five spart angeblich immerhin noch 50% der übertragenen Bakterien ein. Das dürfte jedoch in Ansteckungszeiten immer noch zu viel sein.

In China ist derzeit auch die traditionelle Gong-Shou-Geste üblich. Hierbei legt man eine Faust in die Handfläche der anderen Hand. Das kann bei uns und in anderen Ländern aber auch als Androhung einer Schlägerei verstanden wissen.

Nicht so aggressiv kommt das Schulterklopfen oder Antippen der Schulter seines Gegenübers an. Aber das kann auch gönnerhaft oder übertrieben staatsmännisch wirken und außerdem ist die Ansteckungsgefahr nicht viel geringer als bei einer Umarmung. Warum das? Es ist keine seltene Angewohnheit, sich mit dem Oberarm den Rotz von der Nase oder Essensreste aus den Mundwinkeln zu wischen. Daher ist das Schulterklopfen Glücksache und derzeit auch nicht zu empfehlen.

Auch könnte einer auf die Idee kommen, anderen mit nach oben gestreckter rechter Hand zu begegnen. Das wäre jedoch tatsächlich nicht witzig und schlicht verboten. Falls einem aber doch mal jemand so entgegenkommen würde, kann man dies ruhig mit einem Faustschlag in die Magengrube des verirrten Gegenübers quittieren. So hat dieser die Chance wieder zur Besinnung zu kommen. Anschließend Hände desinfizieren nicht vergessen!

Das Thema neue Begrüßungsrituale dürfte uns in der nächsten Zeit noch länger beschäftigen. Nun hat man erst mal die Qual der Wahl. Wie macht ihr das und welche Begrüßungen haben wir vergessen?

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