Weihnachten naht, und bald gibt's nicht nur gutes Essen und ausgelassene Familienfeiern, sondern auch die ein oder andere Gabe. Der Name des Geschenkespenders ist dabei regional sehr verschieden.

Namen vom Nikolaus und Knecht Ruprecht

Der Nikolaus ist in vielen Ländern zwar eine andere Gestalt als der Weihnachtsmann, stand jedoch im Laufe der Geschichte als Inspiration für die Entstehung des Weihnachtsmannes zur Verfügung. Der Name geht auf den realen Heiligen Nikolaus von Myra zurück.

In den Niederlanden trägt er den Namen "Sinterklaas" ("Heiliger Klaus") und ist in dieser Form Vorlage für den amerikanischen Santa Claus. Andere Namen für den Nikolaus sind "Samichlaus" in der Schweiz, "San Nicola" in Italien und "Kleeschen" ("Kläuschen") in Luxemburg. Oft wird er auch nur "De Sint" ("Der Heilige") oder "De Goedheiligman" ("Der gute heilige Mann") genannt.

In osteuropäischen Ländern tritt der Nikolaus unter dem Namen "Mikulás" auf. In Ungarn heißt er "Szent Miklós" ("Heiliger Nikolaus"), in Rumänien "Moș Nicolae", in Slowenien "Miklavž", in Tschechien und der Slowakei "Mikuláš" und in Polen "Mikołaj".

Krampus - Autor Anita Martinz, Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Krampus_at_Perchtenlauf_Klagenfurt.jpgOft wird der Nikolaus von einem grimmigen Gehilfen begleitet, der in deutschsprachigen Ländern als Knecht Ruprecht bekannt ist. Im Alpenraum tritt der Begleiter des Nikolaus in Form einer Schreckgestalt namens "Krampus" auf. Der Name leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort für "Kralle" ab. Eine andere Bedeutungsherkunft wird vom bairischen Wort für "etwas Lebloses, Verdorrtes" angenommen. Im Tiroler Raum wird er sogar "Tuifl" (abgeleitet von "Teufel") genannt.

Im Gegensatz dazu wird der Begleiter des Nikolaus in den Niederlanden "Zwarte Piet" ("Schwarzer Peter") genannt und tritt in Gestalt eines dunkelhäutigen Dieners auf. Der Zwarte Piet ist im Gegensatz zum strafenden Knecht Ruprecht und zum gruseligen Krampus eine bei der Bevölkerung beliebte Figur. Zurzeit herrscht jedoch vermehrt die Diskussion, ob die Figur zu sehr rassistisch geprägt ist.

Weihnachtsmann und Vater Frost

Santa Claus - Autor: Douglas RahdenDer Gabenbringer zu Weihnachten trägt in einigen Ländern die Bezeichnung des Festes direkt im Namen. Weltweit am bekanntesten ist natürlich der Name "Santa Claus", der von US-amerikanischen Medien in aller Welt verbreitet wird. Er leitet sich vom holländischen "Sinterklaas" ab und wurde durch Einwanderer mit in die USA gebracht.

Im Norden von Deutschland heißt der bärtige Alte "Weihnachtsmann", in Frankreich "Père Noël", im Vereinigten Königreich "Father Christmas", in Portugal "Pai Natal", "Papai Noel" in Brasilien (jeweils "Vater Weihnacht"). Auch in Italien ist "Babbo Natale" in den letzten Jahren häufiger geworden und verdrängt die traditionellen Geschenkespender.

Der Weihnachtsmann trägt in vielen Teilen der Erde noch zahlreiche andere Namen: "Jõuluvana" in Estland, "Joulupukki" ("Weihnachtsbock") in Finnland, "Viejo Pascuero" ("alter Hirte") in Chile. Sogar Südkorea hat den alten Mann ins Herz geschlossen: Dort heißt er "Santa Haraboji" ("Großvater Santa"). Im Japanischen wurde der Name "Santa Claus" zu "Santakukoru" angepasst, um der japanischen Silbenstruktur gerecht zu werden.

In Russland ist sein Name jahreszeitbezogen, und sein Mantel ist blau anstelle von rot: "Ded Moros" ("Großvater Frost") bringt russischen Kindern gemeinsam mit seiner Enkelin "Snegurotschka" ("Schneeflöckchen") die Geschenke. Auf Litauisch nennt man ihn auch "Senis Šaltis", auf Estnisch heißt er "Näärivana".

Der personifizierte Winter ist in englischsprachigen Ländern auch als "Jack Frost" oder "Old Man Winter" bekannt. Er gilt als freundlicher aber gefährlicher Geist, der vermutlich auf den germanischen Gott Odin/Wotan zurückgeht. Zu Odins zahlreichen Namen zählen u.a. "Jólnir" ("Jul-Mann") und "Langbarðr" ("Langbart"), die ebenfalls Einfluss auf die heutige Darstellung des Weihnachtsmanns hatten.

Christkind / Jesuskind

Christkind - Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Christkind.jpgWeihnachten ist in erster Linie ein christliches Fest (auch wenn dies heutzutage im Medienrummel oft vergessen wird), und daher ist es nicht verwunderlich, dass in vielen Gegenden nicht der säkulare Weihnachtsmann, sondern das Jesuskind selbst die Gaben bringt.

In vielen osteuropäischen Ländern ist das Christkind beispielsweise verbreiteter als der alte Mann mit Bart: "Ježíšek" ("Jesuskind") bringt in Tschechien die Gaben; in der Slowakei heißt es "Ježiško", in Ungarn "Jézuska". Als noch der Kommunismus herrschte, versuchte man, das Jesuskind durch den Weihnachtsmann "Télapó" zu ersetzen, der an den russischen Ded Moros angelehnt war.

Aber auch im Westen bringt Jesus selbst in einigen Ländern die Gaben: Im Süden Deutschlands nennt man ihn "Christkind", in Portugal "Menino Jesus" und in Kolumbien "El Niño Jesus" oder "Niño Dios".

Skandinavische Weihnachtswichtel und ihre Namen

Yule Lads - Autor: lusinemarg - Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Yule_lads_in_Dimmuborgir.JPGIn vielen skandinavischen Ländern wird die Rolle des Weihnachtsmannes nicht von einer großväterlichen bärtigen Figur übernommen, sondern vielmehr von Elfen und Wichteln, die in der amerikanischen Folklore seine Helfer sind.

In Island bringen dreizehn Weihnachtszwerge die Geschenke. Ihre Namen sind: Stekkjastaur ("Pferchpfosten"), Giljagaur ("Schluchtenkobold"), Stúfur ("Knirps"), Þvörusleikir ("Kochlöffellecker"), Pottaskefill ("Topfschaber"), Askasleikir ("Essnapflecker"), Hurðaskellir ("Türzuschläger"), Skyrgámur ("Quark-Gierschlund"), Bjúgnakrækir ("Wurststibitzer"), Gluggagægir ("Fensterglotzer"), Gáttaþefur ("Türschlitzschnüffler"), Ketkrókur ("Fleischkraller"), Kertasníkir ("Kerzenschnorrer").

In Dänemark nennt man die Weihnachtswichtel "Julenisser". Sie arbeiten dem Weihnachtsmann aber lediglich zu. In Schweden heißen sie "Tomte", in Finnland "Tonntu".

Namen anderer Gabenbringer

Olentzero - Autor Josu Goñi Etxabe - Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Olentzero_Hendaia_2006.JPGNikolaus, Weihnachtsmann, Christkind und Weihnachtswichtel - die Liste der Gabenbringer zu Weihnachten ist noch längt nicht vollständig. Viele Länder haben ihre eigenen Hauptfiguren zum Weihnachtsfest. In vielen Gegenden werden diese jedoch nach und nach vom allgegenwärtigen Santa Claus abgelöst bzw. existieren nebeneinander.

In einigen Teilen Italiens bringt nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind, sondern eine alte Witwe namens "Befana" am Dreikönigstag die Geschenke. Der Name ist von "Epifania", dem Kirchenfest der Heiligen Drei Könige, abgeleitet. In Spanien hingegen bringen die "Reyes Magos" (die Heiligen Drei Könige) am 6. Januar die Geschenke.

Im Baskenland findet die Bescherung schon am 24.12. statt, allerdings tritt der Geschenkespender dort in Figur eines Köhlers namens "Olentzero" auf. Sein Name bedeutet übersetzt "Zeit der Guten".

 

Wir sehen: Die Namen des Gabenbringers zu Weihnachten sind genauso vielfältig, wie die kulturellen Traditionen der einzelnen Länder. Zum Abschluss haben wir hier noch eine schön übersichtliche Karte:

Wer bringt Geschenke nach Europa?

Der Weihnachtsmann und Coco-Cola

Weil wir von der Namerobot-Fraktion immer um Aufklärungsarbeit bemüht sind, möchten wir noch mit einer anderen Weihnachts-Legende aufräumen.

 

Fangen wir bei dem Namen des himmlischen Geschenkebeauftragten an, der in ganz Nordamerika als Santa Claus bekannt ist.

Die Spurensuche führt direkt in die Niederlande, wo am 5. Dezember der bereits oben erwähnte Sinterklaas auftaucht, um den Kindern eine Freude zu machen. Seit dem 15. Jahrhundert ist diese Legende bekannt, weit vor Erfindung der berühmten Koffeinbrause. Sinterklaas trägt übrigens traditionell ein rotes Gewand und eine rote Bischofsmütze. Und falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: sprechen Sie den Namen Sinterklaas doch einmal mit starkem amerikanischen Akzent aus.

Wie klingt der Name jetzt für Sie? Genau – nach Santa Claus eben. Es waren also die holländischen Auswanderer, die ihren Lieblingsbrauch mit nach Amerika genommen haben und der scheint im neuen Heimatland ziemlich gut angekommen zu sein.

 

Bliebe noch zu klären, wo sich der gute Mann eigentlich rumtreibt, wenn er grade nichts zu tun hat. Knappe 364 Tage im Jahr werden seine Dienste ja nicht benötigt, der Weihnachtsmann braucht also ein Hauptquartier. Während man in Nordamerika davon ausgeht, dass sich die Santa Headquarters am Nordpol befinden, weiß man es in Nordeuropa viel besser: er wohnt an Finnlands östlichster Grenze zu Russland, genauer gesagt auf dem Gipfel des Korvantunturi in Lappland. Und einen holländischen Namen trägt er an dem Ort, wo er seine Weihnachtswerkstatt betreibt, natürlich auch nicht. Man kennt ihn dort nur als Joulupukki.

 

Der in Rot (!) gewandete Joulupukki scheint ein geschäftstüchtiger Mann zu sein, der seine Popularität voll auszuschlachten weiß. Seine Website http://www.santaclausvillage.info/ muss man wirklich gesehen haben.

Ein riesiges Erlebnis- und Freizeitareal in Rovaniemi direkt am Polarkreis, wo er einer 8.000 m² großen Höhle Dia-Shows, Puppentheater, Computerspiele etc. anbietet. Sein Büro ist täglich geöffnet, Sonderbriefmarken stehen zum Verkauf und auf den Besucher wartet eine Fahrt in Rudolphs rasenden Rentierschlitten.

Wer weiß, vielleicht haben sich die Marketingleute von Coca Cola hier ihre Inspiration für tolle Kampagnen geholt. Aber erfunden haben Sie den Weihnachtsmann oder seinen Look nicht.

 

Bildquellen:

  • Krampus: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Krampus_at_Perchtenlauf_Klagenfurt.jpg von http://www.flickr.com/people/15501382@N00
  • Santa Claus: http://en.wikipedia.org/wiki/File:20121123_SantaClaus-Chicago.JPG von http://commons.wikimedia.org/wiki/User:DR04
  • Christkind: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Christkind.jpg von http://als.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Albärt
  • Weihnachtszwerge: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Yule_lads_in_Dimmuborgir.JPG von lusinemarg
  • Olentzero: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Olentzero_Hendaia_2006.JPG von http://eu.wikipedia.org/wiki/Lankide:Josugoni

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