Update: 16.02.2020

Namen für die fünfte Jahreszeit

Von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch: Namen für die Karnevalstage im deutschsprachigen RaumDie gesamte Karnevalszeit bezeichnet man auch als Session oder Kampagne. Sie gliedert sich gewöhnlich in drei Phasen:

  • 11.11.: Ausrufung des Karnevals und offizielle Vorstellung des neuen Dreigestirns oder Prinzenpaares
  • Anfang Januar: Prinzenproklamation und Sitzungskarneval
  • Donnerstag vor Aschermittwoch: Straßenkarneval

Zu den Namen für die Karnevals- oder Fastnachtszeit zählen:

  • Karnevalssession
  • Karnevalskampagne
  • Fastnachtssession
  • Fastnachtskampagne

Der Begriff "Karneval"

Der Begriff Karneval stammt vermutlich vom Lateinischen carne levare (Fleisch wegnehmen) ab, der eine Bezeichnung für die Fastenzeit war. Die Übersetzung carne vale als Fleisch, lebe wohl! ist scherzhaft ebenfalls möglich.
 

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Der Begriff "Fastnacht"

Der Begriff Fastnacht stammt vermutlich von althochdeutsch fasta (Fastenzeit) und naht (Nacht, Vorabend) ab und bezeichnete ursprünglich nur den Tag vor dem Beginn der Fastenzeit.

Regionale Aussprachevarianten von Fasching:

  • Fas(s)enacht: in Hessen und Rheinhessen
  • Fasenacht: in Franken
  • Fasnacht: in der Schweiz und in Teilen Badens
  • Fasnet: in Baden, Württemberg und Bayerisch-Schwaben
  • Fuesend: in Luxemburg
  • Fastelov(v)end oder Fasteleer: im Großraum Köln (nur in Kölscher Mundart)

Der Name "Fasching"

Der Begriff Fasching stammt vermutlich von der Bezeichnung Vaschang für den Fastenschank ab. Dieser war der letzte Ausschank alkoholischer Getränke vor der strengen Fastenzeit.

Fünfte Jahreszeit

Vielfach wird Karneval oder Fasching auch als Fünfte Jahreszeit bezeichnet. Dieser Begriff kann je nach Region jedoch auch andere Zeiträume bezeichnen, die den Lebensrhythmus zeitweise aus dem Gleichgewicht bringen. Dazu zählen beispielsweise in einigen Gegenden Deutschlands die Weihnachtszeit und zahlreiche Wein- und Bierfeste.

Namen für den Donnerstag vor Aschermittwoch

Der Donnerstag vor Aschermittwoch markiert im Rheinland den Übergang vom Sitzungskarneval zum Straßenkarneval. Es ist Brauch, dass Frauen den Männern an diesem Tag die Krawatte abschneiden. Daher wird dieser Tag meist Weiberfastnacht genannt, hat jedoch regional weitere Bezeichnungen.

Weitere Namen für Weiberfastnacht (Rheinland)

  • Altweiber
  • Altweiberfasching
  • Altweiberfastnacht
  • Wieverfastelovend: in Köln
  • Fettdonnerstag: in Aachen
  • Schwerdonnerstag: in Koblenz
  • Weiberfaasnet: auf Schwäbisch

Der Donnerstag vor Aschermittwoch ist in der alemannischen Fastnacht ist als Schmotziger Donnerstag bekannt. An diesem Tag beginnt die eigentliche Fastnachtszeit und vielerorts isst man in Fett gebackenes Hefegebäck.

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Bezeichnung für süßes Gebäck zur Karnevalszeit

Die leckere Kalorienbombe ist ein etwa faustgroßes Siedegebäck. Es besteht aus Hefeteig mit einer Füllung aus Hagebuttenmark, Marillenmarmelade oder einer anderen Konfitüre, wird in Fett ausgebacken und mit Zucker bestäubt oder mit einer Glasur überzogen. Mittlerweile gibt es auch unzählige modische Varianten mit Vanillecreme-Füllung oder Kokosraspel-Topping.

Die ansehnlichen Teile werden in Deutschland sehr unterschiedlich benannt,
was durchaus zu Verwechslung mit anderem Gebäck führen kann:

  • Berliner: Westdeutschland (ohne Hessen und Bayern), Schweiz
  • Berliner Ballen früher im Raum Ruhrgebiet/Sauerland/Niederrhein
  • Faschingskrapfen: Österreich, Schwerpunkt in Tirol
  • Glaskrapfen: Österreich, Hausruckviertel und Traunviertel
  • Fastnachtsküchle/-küchelchen: früher Baden-Württemberg und Pfalz/Saarland
  • Kreppel: Hessen, Rheinhessen (Rheinland-Pfalz), früher auch Thüringen
  • Krapfen: Bayern und Österreich
  • Pfannkuchen: Berlin, fast im gesamten Ostdeutschland

Weitere Namen für den Schmotzigen Donnerstag (Alemannisch)

  • Schmotziga
  • Schmotziger Dunschtich
  • Schmotziga Dorschdich
  • Schmotziga Dauschteg
  • Gombiger Doschdig
  • Gumpiger Dunschtig
  • Glombiger Doschdig
  • Glumpader Duuschde
  • Dicker Donnerstag
  • Unsinniger Donnerstag
  • Lumpiger Donnerstag
  • Faisse Dunnschdig

Namen für den Freitag vor Aschermittwoch

Der Karnevalsfreitag ist ein ruhigerer Tag in der Karnevalszeit. Im Rheinland hat er keinen gesonderten Namen, in der alemannischen Fastnacht jedoch wird er als Rußiger Freitag bezeichnet. Der Name stammt von der Tradition, Leuten Ruß ins Gesicht zu schmieren.

Weitere Namen für den Rußigen Freitag

  • Bromiger Freitag
  • Karnevalsfreitag
  • Faschingsfreitag
  • Fastnachtsfreitag

Namen für den Samstag vor Aschermittwoch

Der Karnevalssamstag ist ebenfalls ein ruhiger Tag in der Karnevalszeit. In der alemannischen Fastnacht wird er als Schmalziger Samstag bezeichnet. Im Rheinland wird er in Anlehnung an die folgenden Tage manchmal Nelkensamstag genannt.

Weitere Namen für den Karnevalssamstag

  • Faschingssamstag
  • Karnevalssamstag
  • Fastnachtssamstag

Namen für den Sonntag vor Aschermittwoch

Am Karnevalssonntag findet der Karneval in den Straßen statt: Es gibt vielerorts Karnevalsumzüge. In vielen Regionen gibt es Funkenfeuer, bei denen Hexen aus Stroh verbrannt werden.

Namen für den Karnevalssonntag

  • Tulpensonntag
  • Feister Sonntag
  • Funkensonntag
  • Kappessonntag: in Neuss
  • Orchideensonntag: in Düren
  • Herrenfastnacht (veraltet)
  • Pfaffenfastnacht (veraltet)
  • Priesterfastnacht (veraltet)



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Namen für den Montag vor Aschermittwoch

Der Montag vor Aschermittwoch ist im Rheinland der Höhepunkt der Karnevalszeit. Er wird fast überall im deutschsprachigen Raum Rosenmontag genannt. Zur Entstehung des Namens gibt es zwei verschiedene Theorien: Er ist entweder mit dem vier Wochen später liegenden Rosensonntag verwandt - oder der Name leitet sich vom Begriff "rasender Montag" ab, was so viel wie "tollen" bedeutet.

Weitere Namen für den Rosenmontag

  • Feister Montag
  • Karnevalsmontag
  • Faschingsmontag
  • Fastnachtsmontag
  • Blauer Montag (veraltet)
  • Geiler Montag (veraltet)

Namen für den Dienstag vor Aschermittwoch

Der Dienstag vor Aschermittwoch ist der letzte Karnevalstag, an dem ein letztes Mal vor der traditionellen Fastenzeit noch einmal richtig gefeiert und geschlemmt wird. Später wird der Fasching zu Grabe getragen bzw. symbolisch eine Strohpuppe verbrannt.

Weitere Namen für den Karnevalsdienstag

  • Veilchendienstag
  • Fetter Dienstag
  • Kehraustag
  • Fastnachtsdienstag
  • Faschingsdienstag
  • Fasnets-Zeisdig
  • Mardi Gras
  • Narrenfastnacht (veraltet)
  • Laienfastnacht (veraltet)
  • rechte Fastnacht (veraltet)

Aschermittwoch

Der Aschermittwoch zählt nicht mehr zu den Karnevalstagen. Der Name leitet sich von dem Brauch ab, im Gottesdienst an diesem Tag mit Asche gesegnet zu werden. Die jecke Zeit ist vorbei, und im römisch-katholischen Christentum beginnt nun die 40-tägige Fastenzeit, die bis zum Osterfest andauert. Übrigens: Der Name Ostern leitet sich von der altgermanischen Bezeichnung für Osten bzw. den Sonnenaufgang ab.

Wir wünschen allen Jecken eine närrische Karnevalszeit. Helau und Alaaf! Oder wie man bei unserem Solinger Team sagt: Narri Narro und Lot jonn!

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